Der Weg in eine erfüllende Beziehung
Wie in anderen Lebensbereichen auch, agieren Menschen in Beziehungen oft nach dem Versuch – Irrtum Prinzip, weil ihnen niemand beigebracht hat, wie man erfüllende Beziehungen führt. Das Problem dabei ist, das dabei Beziehungen schneller beendet, als gemeinsame Wachstumsprozesse angestoßen werden. Wir haben mit einem Menschen ein hochkomplexes Wesen vor uns und kein Smartphone, bei dem wir uns durchtesten, bis wir wissen wie es funktioniert. Wir können einen Menschen nicht auf Werkseinstellungen zurücksetzen und nochmal neu beginnen, noch irgendwelche Apps einfach so deinstallieren. In diesem Blog bekommst du einige der besten Methoden und Erkenntnisse an die Hand, um gemeinsam mit deinem Partner oder deiner Partnerin an eurer Beziehung zu arbeiten und die Intimität zwischen euch zu vertiefen und auf ein neues Level zu bringen. Doch es ist immer auch eine gewisse Portion Eigenreflexion, Verantwortung und der Wille, sich gemeinsam weiterzuentwickeln notwendig, denn nur so könnt ihr von den folgenden Inhalten profitieren und aus eurer Beziehung eine Quelle der Kraft für euch beide machen.
Den Unterschied zwischen femininer und maskuliner Energie verstehen
Für eine erfüllende, leidenschaftliche Beziehung zwischen Mann und Frau müssen sich beide in ihrer Kernenergie wohlfühlen und sich darin ausrichten können. Doch jeder Mensch trägt immer feminine UND maskuline Attribute und Energie in sich. Bei einer Geburt geht die Frau in ihre maskuline Energie. Sie kämpft, ihre Muskulatur kontrahiert und sie gibt nicht auf, bis sie ihr Ziel erreicht hat. Ein Mann dagegen, könnte niemals fürsorglich und zärtlich sein, wenn er die feminine Kraft in sich nicht freisetzen könnte. Wir müssen lernen diese beiden Kräfte in uns tanzen zu lassen und zu gegebener Zeit auch kanalisieren können.
3 U´s und 3 C´s - Leidenschaftskiller die unsere Kernenergien hemmen
Frauen die in ihrer femininen Energie sind, wollen gesehen und verstanden werden und sich in jeder Hinsicht sicher fühlen. Sie geraten in Konflikt mit maskuliner Energie, wenn diese Dinge nicht gegeben sind. Die 3 U´s hemmen die feminine Energie.
Unseen (ungesehen fühlen)
Frauen wollen Aufmerksamkeit. Sie wollen gesehen werden. Sie wollen, dass man es wertschätzt was sie tun und dass man das auch sieht. Sie wollen, dass ihr Partner ihre Weiblichkeit wahrnimmt, sieht wenn sie sich die Haare gemacht haben, ein neues Kleidungsstück tragen usw. Sie wollen aber auch auf einer tieferen Ebene gesehen werden.
Not understood (nicht verstehen)
Frauen unterscheiden sich in ihrer Emotionalität (allein schon hormonell bedingt) von Männern. Während Männer oft sehr rational und logisch denken, befinden sich Frauen oft in einem Meer von Emotionen wieder und das wirkt für Männer sehr oft unverständlich und undurchsichtig. Frauen wünschen sich Empathie, Mitgefühl und Verständnis für ihre emotionale Welt.
Unsafe (Unsicherheit)
Frauen sind von Natur aus unsicherer, weil sie weniger von dem psychoaktiven Hormon Testosteron besitzen. Sie wollen sich in jeder Hinsicht beschützt und sicher fühlen und sich in der Beziehung zu ihrem Partner vollkommen hingeben können. Dafür müssen sie vertrauen können, denn nur dann kommen sie in ihre feminine Kraft bzw. Energie. Und auch nur so kann Anziehung zwischen femininer und maskuliner Kraft entstehen. Vertraut eine Frau ihrem Partner nicht oder fühlt sich unsicher, zieht sie sich zurück oder geht in ihre maskuline Energie, um sich zu schützen.
Eine gesunde maskuline Energie führt bei Männern dazu, dass sie Dinge erobern wollen, das sie Lösungen finden für Probleme und das sie Herausforderungen suchen. Männer wollen dominieren und Verantwortung übernehmen und sie lieben es frei entscheiden zu können. Die 3 C´s hemmen die maskuline Energie.
Critism (kritisieren)
Männer mögen es nicht, wenn man sie kritisiert und ihnen sagt, wie sie etwas zu tun haben, denn es liegt in ihrer Natur, selbst herauszufinden wie etwas funktioniert. Ein Mann empfindet es als Kritik und Nörgelei, wenn seine Frau versucht ihn darin zu beraten wie er etwas tun soll. Es gibt ihm das Gefühl, das er selbst nicht dazu in der Lage ist, zu tun, was getan werden muss.
Closed (verschlossen)
Männer ziehen sich zurück, wenn sie merken, dass eine Frau sich verschließt und dicht macht, weil sie damit den Tanz der Polaritäten unterbricht. Ein Mann liebt es, wenn eine Frau offen und verspielt ist und sich verletzlich zeigt. Das geht wiederum nur durch Vertrauen und Sicherheit.
Controlled (kontrollieren)
Männer mögen es nicht, wenn man sie kontrollieren will. Sie möchten selbst die Verantwortung übernehmen und streben von Natur aus immer nach Freiheit und Erlösung. Das Loslassen der Spannung nach einem Orgasmus, das Lösen der Anspannung und Anstrengung nach einem Sieg oder das Erreichen eines bestimmten Ziels. Diese Freiheit sucht der Mann unbewusst in allem was er tut. Wenn die Frau versucht in der Interaktion mit dem Mann die Kontrolle zu übernehmen, depolarisiert sie damit die Energie zwischen sich und dem Mann und die Anziehung, ist in jeder Hinsicht dahin.
Darf jeder in der Beziehung in seiner Energie sein und ist sich derer auch bewusst, entsteht Anziehung. Nimmt man den Partner jedoch für selbstverständlich und verliert die Präsenz füreinander, steht man bald den „4 apokalyptischen Reitern“ gegenüber. John Gottman, der wohl berühmteste Beziehungswissenschaftler dieses Planeten fand in vielen Studien heraus, dass 4 Anzeichen in einem Streit darauf hindeuten, dass Liebespaare sich in einer Abwärtsspirale ihres gemeinsamen Glücks befinden und dass damit auch das Unglück in eine Beziehung einkehrt. Er fand auch heraus, dass negatives Verhalten mehr Beziehungsglück zerstört, als Positives reparieren kann und zwar in einem Verhältnis von 5:1. Für eine stabile Beziehung stehen demnach 5 positive Erfahrungen bzw. Momente, einer Negativen gegenüber. Das hört sich vielleicht nach Arbeit an, aber Liebe in einer Beziehung ist nicht was du hast, sondern was du gibst und durch dieses Geben verstärkt sie sich auf beiden Seiten. Doch sehen wir uns die 4 Vorboten des Unheils und wie du sie vermeiden kannst, mal genauer an.
Der erste Reiter ist „Kritik“
Es ist ein großer Unterschied ob du dich über ein bestimmtes Ereignis oder Fehlverhalten deines Partners beklagst oder ob du ihn dafür kritisierst. Kritik richtet sich immer gegen den Charakter und die Persönlichkeit deiner/es Geliebten. Wenn ein Einwand über ein Fehlverhalten über die bestimmte Situation hinausgeht, dieses Fehlverhalten verallgemeinert wird und dabei auch noch Vorannahmen über die Beweggründe getroffen werden, kritisiert man seinen Partner und das wirkt verletzend und treibt ihn oder sie in eine Verteidigungsposition.
Mache daher eher Ich-Aussagen und spreche darüber, wie du dich in dieser Situation fühlst.
Der zweite Reiter ist „Verteidigung“
Die natürliche Reaktion auf einen Angriff durch Kritik, ist sich zu verteidigen und zu rechtfertigen. Das Problem an dieser Verteidigungshaltung ist, das sich der kritisierende Partner ebenfalls nicht gesehen fühlt und sein Anliegen, seine Bedürfnisse und Gefühle keinen Stellenwert im Vergleich zur Situation haben.
Akzeptiere daher die Perspektive deines Partners. Manchmal ist es angebracht die Verantwortung für die Situation zu übernehmen, sich gegebenenfalls zu entschuldigen und herauszufinden was die Bedürfnisse des Partners sind.
Der dritte Reiter ist „Verachtung“
Nichts ist toxischer für eine Beziehung, als das man den Respekt voreinander verliert, sarkastische Äußerungen macht, sich nicht ernst nimmt und auch die Körpersprache Verachtung signalisiert.
Achte daher immer auf eine Kultur der Wertschätzung und Zuneigung. Mach dir die Qualitäten und Besonderheiten deines Partners bewusst und konzentriere dich auf die guten Dinge. Energie folgt immer der Aufmerksamkeit. Daher verstärkst du das, worauf du dich überwiegend konzentrierst. Was willst du mehr in deiner Beziehung? Spreche über deine Bedürfnisse und helfe deinem Partner dabei, herauszufinden was du von ihm brauchst.
„Tausche deine Erwartungen gegen Wertschätzung und dein ganzes Leben wird sich verändern.“ –Tony Robbins
Der vierte Reiter ist „Mauern / Rückzug“
Wenn man in einer Beziehung das Gefühl hat, das Reden nichts mehr bringt, zieht man sich gewöhnlich in sich zurück, verschließt sich und baut riesige "Mauern", um seine eigenen Gefühle zu schützen. Dieses "Mauern" ist ein Zeichen dafür, das sich einer der beiden Partner machtlos fühlt, verzweifelt ist und keinen anderen Ausweg mehr sieht.
Mach eine Pause, beruhige dich und ändere deinen Zustand, indem du bewusst deine Physiologie und deinen Fokus veränderst und auch darauf achtest, welche inneren Gespräche du führst, die deinen Zustand noch verschlimmern. Versuche wieder in deine Mitte zu kommen und aus ihr heraus die Situation anzupacken.
Perfektion ist der niedrigste Standard überhaupt. Sie hindert uns auch in Beziehungen daran, gemeinsam zu wachsen und zu gedeihen. Niemand ist perfekt. Wir sind wandelnde Prozesse, die sich bewusst für die eigene Weiterentwicklung entscheiden können. Wenn sich in einer Beziehung beide Partner diesem Ziel verschreiben, werden sie gemeinsam wachsen und sich dabei unterstützen ihr bestes Selbst zu leben.
S.E.W. – Sensation, Emotions, What you want
Die Psychologin Julie Colwell sagt, dass es äußerst wichtig ist, die Machtdynamik in einem Beziehungskonflikt herauszunehmen, weil man schnell in instinktive Machtunterschiede fällt und sich dadurch nicht mehr auf Augenhöhe begegnen kann.
Sensation (Wahrnehmung)
Im ersten Schritt geht es um das Wahrnehmen von Körpersensationen. Das wird in der Fachsprache auch oft als Interozeption bezeichnet, die Wahrnehmung dessen, was im inneren des Körpers passiert. Somit bringt diese Fähigkeit deine Aufmerksamkeit wieder dahin, wo sie hingehört, nämlich weg von dem was im Außen passiert, zur eigenen, inneren Erfahrung.
Alles was wir im Außen versuchen zu verstehen, fließt durch alle Konzept die wir unser Leben lang gelernt haben. Unsere Empfindungen weisen uns den Weg, um zu erforschen, welche tiefverwurzelten Überzeugungen wir über uns und die Welt mit uns herumtragen.
In der Anwendung würdest du deinem Partner also die direkte Körperwahrnehmung kommunizieren. Das sich z.B. gerade dein Bauch verkrampft, dir schwer auf der Brust ist, du Stiche im Herz spürst, du einen verspannten Kiefer oder Nacken bekommst oder sich deine Kehle zuschnürt.
Emotions
Über die Körperwahrnehmung kommt man dann zu den dahinterstehenden Emotionen wie z.B. Wut, Traurigkeit, Unsicherheit, Eifersucht, Verlustangst usw.
Das heißt nicht, das es im Außen eine wirkliche Bedrohung gibt, die diese Emotionen verursacht, sondern das du ein Muster bedienst, das deiner ganz eigenen inneren Welt entspricht.
Im Prozess würdest du hier ganz klar deine Emotionen kommunizieren, wie z.B. „Ich habe Angst.“ Ich fühle mich wütend oder traurig.
What you want – (Was du willst, bzw. nicht willst)
Das unbestreitbare Dritte ist das, was du wirklich willst, was du dir wünscht, nachdem du vorher wahrgenommen hast, was du in deinem Körper wahrnehmen kannst und welche Emotionen sich in dir bewegt haben.
Im dritten Schritt lässt du deinem Partner daran teilhaben, was du wirklich willst und welche Bedürfnisse vielleicht nicht erfüllt werden.
Mit der Anwendung von S.E.W. kommt ihr raus aus dem Kampf um die dominierende Position und begebt euch wieder in die eigene Verwundbarkeit, aus der heraus ihr euch ganz klar sagen könnt, das euch die Situation z.B. unsicher oder wütend macht. Somit kommen beide wieder auf Augenhöhe und jeder kann sich wieder tief mit sich selbst verbinden und auch wieder in die Intimität mit seinem Partner gehen.
Mit S.E.W. kommt der Flow in eure Beziehung zurück und die Machtkämpfe der Egos sind vorbei, weil beide zur unbestreitbaren Wahrheit vordringen können und wieder Platz machen für Liebe, Vertrauen und einem tiefen Gefühl der Verbundenheit.
Für eine außergewöhnliche Beziehung ist es unerlässlich, ebenfalls in guter Beziehung mit sich selbst zu sein, an seiner emotionalen Stabilität zu arbeiten, sich in seiner femininen bzw. maskulinen Energie wohlzufühlen und ihr Ausdruck zu verleihen. So kann Liebe gedeihen und in eine Aufwärtsspirale des gemeinsamen Glücks führen.