Glück ist deine inhärente Natur 

Hast du dich schon Mal gefragt wie es kleine Kinder schaffen, permanent in dieser Glückseligkeit zu sein und unbeschwert ihr junges Leben zu genießen? Sie belegen dafür keine Kurse und sie müssen es auch von niemandem lernen. Glück und Freude sind ihre ursprüngliche Natur. So werden sie geboren. In späteren Jahren lernen Kinder nichts Neues über Glück, denn sie sind kleine Meister und Meisterinnen darin. Das was sie lernen, ist, wie man das bedingungslose Glück in sich begrenzt, wie man bedingungslose Freude in sich begrenzt. Und dann wird ihnen beigebracht, dass äußere Dinge ihnen Glück und Freude bringen, wenn sie etwas dafür tun. Es werden Bedingungen daran geknüpft. Und so war es doch bei uns allen. Wir müssen nichts über das Glück lernen, denn es ist unsere inhärente Natur. Wir müssen lernen, wie wir all die Begrenzungen wieder loswerden, die diese natürliche Lebensfreude unterbinden und verhindern. Vielleicht müssen wir uns immer erst ganz weit von uns selbst entfernen, indem wir all die Erfahrungen des Gegenteiligen machen, um dann irgendwann zu der Einsicht zu kommen, dass irgendwas nicht stimmt.
Wenn du dir in den Finger schneidest, weißt du intuitiv, dass es eine Intelligenz in deinem Körper gibt, die deinen Finger heilt. Du klebst vielleicht ein Pflaster drauf und dann überlässt du alles Weitere dieser natürlichen Intelligenz in dir. Warum sollte diese natürliche Intelligenz nicht auch deine psychischen Leiden reparieren? Gerade bei psychischen Problemen mischen wir uns durch zu viel Aktivität ein. Wir suchen nach Möglichkeiten und Wegen dieses Leiden oder diesen Schmerz irgendwie umgehend loszuwerden. Doch alles was wir bekämpfen bleibt, weil wir permanent unseren Fokus und somit unsere Energie auf das Problem richten. Wir unterbrechen das natürliche Fließen der emotionalen Energie in uns und nageln sie fest, in dem wir uns psychisch und physisch völlig verkrampfen. Doch wenn du all das anerkennst, so wie es ist, wird es genauso schnell gehen wie es gekommen ist. Emotionen sind Energie in Bewegung. Und diese Energie wird sich immer durch dich hindurchbewegen und sich verändern, wenn du sie lässt.

Du fühlst dich niemals wegen den Umständen in deinem Leben so wie du dich gerade fühlst. DU FÜHLST DEIN DENKEN – dein Denken in Bezug zu den Umständen. Dein Erleben ist immer nur eine Schöpfung innerhalb der sich verändernden Energie deines Geistes. Wenn du das verstehst, bist du frei und das Glück kommt wie von selbst zurück. Gedanken können sich von einem Moment auf den anderen verändern. Und so können sich auch Gefühle verändern. Du kannst in einem Moment wütend und enttäuscht sein wegen etwas, das dein Kind oder dein Partner gemacht hat und im nächsten Moment spürst du wieder nichts als Liebe und Zuneigung. Dein Kind oder dein Partner haben sich nicht verändert aber dein Denken. Du warst innerhalb kurzer Zeit in zwei komplett unterschiedlichen Realitäten, die allein deine Gedanken erschaffen haben. Und deine Gefühle sind die Barometer mit denen du die Qualität deines Denkens beurteilen kannst.
Die Tatsache, dass du dir deiner Gedanken und Gefühle bewusst bist, macht sie für dich erst real und darum identifizierst du dich permanent damit. Bewusstsein ist aber eine neutrale Kraft, die wie ein Scheinwerfer ihr Licht auf unsere Gedanken wirft. Ziehst du dein Bewusstsein von deinen Gedanken ab, haben sie keine Macht mehr über dich.
Wir sind nicht unsere Gedanken. Wir sind das Bewusstsein das diesen Gedanken Kraft verleiht. Wenn du verstehst, das du nicht nur der denkende Verstand bist, sondern auch das ihm Kraft verleihende Bewusstsein, erfährst du etwas über deine grundlegende Natur, die viel mehr ist, als deine begrenzte Persönlichkeit.
 
Deine Identität, also die Persönlichkeit die du zu sein glaubst, ist nichts weiter als ein wiederholter Gedanke darüber, wie du dein Selbst definierst. Wenn du diesen Satz verstehst, fragst du dich vielleicht, wer du wirklich bist. Und viele werden vielleicht hier aussteigen, weil sie nicht an dem rütteln wollen, was sie zu sein glauben. Dein „ganzes Leben“ hängt ja davon ab, wer du zu sein glaubst. Das Ding ist, das deine Identität nicht auf einem soliden Fundament gebaut ist, wenn wir davon ausgehen das es sich dabei um wiederholtes Denken handelt, denn  Gedanken können sich ändern. Genau darin liegt auch unser Potenzial für Transformation. Wir sind immer nur einen Gedanken von einer anderen Realität entfernt.
Dein Ego will sich abgrenzen aber diese Abgrenzung ist eine Illusion und völlig instabil. Durch Abgrenzung will das Ego einen Raum zwischen sich und jemand (oder etwas) anderem schaffen, um seine eigenen Grenzen wahrzunehmen und sich als individuelle Identität zu erfahren. Doch den Raum zwischen sich und anderen, wollen die Leute dann mit Ablenkungen, Alkohol, Sport, Anerkennung, Essen oder materiellen Dingen füllen, weil dieser Raum unnatürlich und illusionär ist. Die Wirklichkeit ist, das es keinen abgrenzenden Raum zwischen dir, deinem Handy, deinem Partner, deiner Arbeit, deinen Feinden und deinen Freunden geben kann, weil wir in einem Universum leben, in dem auf der grundlegendsten Ebene der Existenz alles miteinander verbunden ist. Alles ist eins und dazwischen gibt es keine Räume die diese Einheit trennen. Das ist kein spirituelles Geschwafel, sondern die Erkenntnis der modernen Physik und gleichzeitig wurde das seit Jahrtausenden, von den Mystikern aller Kulturen der Erde erkannt und gelehrt. Das heißt auch, wenn alles im Universum miteinander verbunden ist, ist das gesamte Universum in jedem kleinen Samenkorn, in jeder Zelle deines Körpers, in jedem Atom. Eine Einheit gibt es nicht in Teilen. Eine Unendlichkeit ist unteilbar und befindet sich in allem.

Das alles ist ein komplett neues Paradigma für den westlichen Verstand und doch brauchen wir nichts dringlicher als diese Erkenntnis. Doch wenn wir uns einerseits als individuell erfahren können aber auch begreifen das es keine Trennung zwischen uns gibt, das wir untrennbar miteinander verbunden sind, dann wird alles was wir jemand anderen antun zur Tat gegen uns selbst und jeder wohltätige Akt,  jede Form der Liebe die wir für jemanden empfinden oder auf die eine oder andere Art ausdrücken, ist auch immer der Eigennutz in seiner vollendeten Form. Vielleicht fühlen wir uns genau aus diesem Grund so gut, wenn wir etwas für jemand anderen getan haben, oder uns für das Wohl anderer einsetzen können.
 
„In der Unwissenheit bin ich etwas (oder jemand), im Verstehen bin ich nichts, in der Liebe bin ich alles.“ – Rupert Spira –

Im letzten Blog hatte ich eine Aussage des Dalai Lamas eingefügt, die ich hier nochmal aufgreifen möchte, um die Bedeutung klarer darzustellen.

„Der letztliche Schöpfer ist der menschliche Geist oder das Bewusstsein. Es schafft umgehend eine Atmosphäre, eine freundliche oder eine unfreundliche Atmosphäre. Diese Energie erzeugt eine Kettenreaktion auf zwei Ebenen: einen umgehenden Effekt und einen langfristigen Effekt. Um die äußeren Umstände zu ändern, muss man zuerst sein Inneres ändern“ 
 
Der umgehende Effekt, von dem der Dalai Lama spricht, ist das Gefühl das durch unsere Gedanken in einem bestimmten Moment entsteht. Dadurch erschaffen wir für uns eine Realität; die durch die Brille unserer Gefühle entsteht. Der langfristige Effekt ist die Auswirkung von Gedanken und Gefühlen, auf die, allem zu Grunde liegende Wirklichkeit. Er ist langfristig, weil er dem Gesetz des Wachstums unterworfen ist. Dinge und Geschehnisse richten sich auf natürlich erscheinende Weise nach unserem ausgesendeten Impuls aus. 
 
DU BIST immer der Raum in dem das Denken entsteht. Im Moment bist du vielleicht jemand der eine Erfahrung macht, der die Welt auf eine bestimmte Weise wahrnimmt, der leidet, Freude empfindet, arbeiten geht, kämpft um seine Rechnungen zu bezahlen oder jemand der wohlhabend ist und trotzdem nicht so richtig glücklich ist, weil irgendwas fehlt. 
Du bist aber auch jemand der sich eines Selbst bewusst werden kann, das in der Welt verschiedene Erfahrungen macht. Wenn du das in seiner Tiefe verstehst, ändert sich alles und unbeschreibliches Glück und Freude werden wieder aus dir selbst kommen, oder besser gesagt, aus dem Raum in dem du dein Selbst definierst. Dann durchströmt dich eine Lebendigkeit und Energie, wie man sie nur von kleinen Kindern kennt. In der ersten Erfahrung bist du auf dem Spielfeld und machst die Erfahrung des Siegens, des Konkurrierens, der Niederlagen, des Kampfes, der Ablehnung und der Anerkennung. In der zweiten erkennst du, dass du Spieler, Spielfeld, Zuschauer und Schiedsrichter zugleich bist. Du wirst dir der unglaublichen, schöpferischen Macht deiner Gedanken bewusst und was du wirklich bist. 
Nichts wird dich glücklicher machen als die Freiheit zu haben zwischen beiden Erfahrungen zu wechseln, sowohl im Spiel zu sein mit all den Dramen, Höhen und Tiefen und zu jeder Zeit zu dem Ort zurückzukehren der sich wie ein echtes Zuhause anfühlt, an dem du weißt, das du vollkommen geborgen und sicher bist, an dem du dich entspannen kannst in dem was du wirklich bist.